Krabbelecke für unter zwei Jährige. Lieblos. Lola-Montez-Haus

Zweifellos war die fehlende Bestellung des Caterings für 17 Personen beim Taufe-Mittagessen im Lola-Montez-Haus – und die darauf folgende Funkstille und Weigerung des Besitzers, einen Ausgleich dafür zur bezahlen – das entscheidende Element im Gerichtsprozess, der für den Besitzer des Lola-Montez-Haus verloren ging.

Allerdings lief bei diesem – übrigens sehr teuer bezahlten – Mittagessen noch viel mehr schief. Auch wenn das letztenendes nicht gerichtsrelevant war, möchten wir hier eine etwas komplettere Liste veröffentlichen, so wie wir sie dem Besitzer des Lola-Montez-Hauses einige Tage nach der Veranstaltung in einer E-Mail zugestellt haben:

1) Viel zu wenig Essen.

Viele unserer Gäste blieben bis zum Ende der Veranstaltung hungrig. Mindestens 12 Gästen wurde keine Suppe serviert [Anmerkung: Nach einer Gästebefragung erfuhren wir später, dass 17 Gäste betroffen waren]. Das Nachtisch-Buffet war leer, bevor sich schätzungsweise die Hälfte der Gäste dort bedienen konnte. Salat und Hauptgang wurden merkbar „gestreckt“ serviert (d.h. die Portionsgrößen waren kleiner als üblich). Wir haben von mehreren Gästen die Rückmeldung bekommen, dass sie weder von der Suppe noch vom Nachtisch etwas bekommen hätten.

Wie wir inzwischen wissen, wurde von Ihnen das Menu lediglich für 30-40 Erwachsene bestellt: 40 x Suppe, 30 x Salat, 30+15 x Hauptgang, Nachtisch für 33 Personen. Wir waren aber, wie Ihnen bekannt war, 57 Erwachsene. 

2) Leistungen nicht annähernd in „Käfer- bzw. Premium-Qualität“. 

Nach unseren Gesprächen am Telefon und persönlich (von Ihrem Diktiergerät aufgenommen) sowie den E-Mails, die wir ausgetauscht hatten, waren wir selbstverständlich davon ausgegangen, dass der Käfer die Veranstaltung als Caterer vollständig übernehmen würde, in der für den Käfer-Partyservice bekannten Qualität. Der absolute Premium-Preis […] bestärkte uns in dieser – offenbar falschen – Annahme. 

Wir waren davon ausgegangen, dass sich z.B. ein Koch vom Käfer Gedanken macht, wie man die von uns gewünschten „Oliven-Variationen“ originell interpretieren könnte und so präsentieren, dass den Gästen unsere Idee ([…] Oliven in der Blumendekoration, auf der Menukarte, als Teil der Kleiderordnung [„olivgrün“] und eben zum Sektempfang) klar werden würde. Ebenso hatten wir zum Sektempfang ein „Flying Buffet“ mit Ihnen besprochen und entsprechend erwartet. Und wenn es schon mit dem „Flying Buffet“ nicht klappt, hätten wir wenigstens erwartet, dass die verschiedenen Dinge schön zu einem Buffet drapiert werden würden. In Wahrheit lag das meiste jedoch einfach – teils noch eingepackt und recht „versteckt“ – an verschiedenen Stellen im Haus und im Garten herum. Nicht wenige Gäste hielten auch den noch in Frischhaltefolie eingepackten Salatgang für einen Teil des Sektempfangs und begannen, ihn zu öffnen und davon zu essen. Als ich ca. 30 Minuten nach dem Eintreffen der ersten Gäste dazugestoßen bin, hatten viele Gäste noch nicht mal ein Getränk in der Hand. Erst nach entsprechender Aufforderung begann Frau […] dann, Teller mit etwas Antipasti-Gemüse und einigen Oliven zusammenzustellen – viel zu spät, viel zu wenig. 

Wir waren auch davon ausgegangen, dass bei einer vermeintlichen „Käfer-Veranstaltung“ das Auge mitisst und die Speisen entsprechend appetitlich angerichtet werden würden und dass sie dann einigermaßen rasch serviert werden würden. Stattdessen war z.B. um 15:00h der Hauptgang noch nicht serviert [Anm.: bei einem Start der Veranstaltung im 12:00h!]. Die meisten Speisen (bis auf den Nachtisch) wirkten lieblos und „schnell-schnell“ angerichtet (z.B. waren Hirschbraten, Schupfnudeln und Rosenkohl in Suppentellern unter deutlich zu viel Soße regelrecht untergetaucht, oder der ausgedünnte Salat war von einer Brotscheibe bedeckt, ähnlich wie in einer Kantine). 

Wir hatten bei der Preisklasse auch erwartet, dass z.B. Brot am Tisch serviert werden würde (oder z.B. mit etwas Butter oder Olivenöl auf den Tischen steht), was aber nicht der Fall war. Oder dass die beiden Weine vom Käfer oder einem kompetenten Sommelier ausgesucht werden würden und bei Bedarf von den Kellnern erklärt werden könnten. Stattdessen gab es No-Name-Weine in Flaschen des Lola-Montez-Hauses, die überdies in deutlich zu langen Abständen nachgeschenkt wurden. Auch Wasser kam bei meinem Tisch noch nichtmal mit jedem Gang einmal vorbei. Auf den Tischen standen keine Wasserflaschen.

Ebenso kann man bei der Preisklasse und dem von Ihnen suggerierten „Käfer“ – Label erwarten, dass das Service-Personal professionell agiert. Dazu gehört auch eine Art „Uniformierung“. stattdessen wirkte es so, als käme jeder, wie es ihm beliebte, inklusive (in einem Fall) zerrissener Jeans und Pullover. Mehrere Service-Kräfte sagten uns, dass sie gerade ihren ersten (Praktikums-)Tag hätten. Einer sagte mir als Antwort auf meine Frage, ob man bei einem Tisch noch einen Stuhl dazustellen könnte: „ich bin Laie.“ 

Alle zusätzlichen Getränke, die wir bei der Anmeldung neben dem Wein angekreuzt hatten, wurden von den Kellnern überhaupt nicht angesprochen (und entsprechend auch nicht ausgeschenkt), auch nicht das Bierfass, das vermutlich nach wie vor ungeöffnet auf der Terrasse des Lola-Montez-Hauses steht. Den Kaffee nach dem Essen musste sich die Mehrheit unserer Gäste wie in einer Skihütte selbst an der Theke im Erdgeschoss abholen (mit Ausnahme von ein paar Handvoll Tassen, die ganz am Anfang mit dem Nachtischbuffet nach oben getragen wurden – übrigens ohne zuvor die abgegessenen Teller des Hauptgangs abzuräumen). Die Digestives und der – explizit bestellte, zum Oliven-/Griechenland-Motto passende, und mit Ihnen besprochene – Ouzo wurden von keiner Servicekraft erwähnt oder gar angeboten. Es standen zwar Ouzo-Fläschchen auf den einzelnen Tischen, aber die „Zeremonie“, wo der Ouzo dann mit Wasser gemischt werden würde, konnte alleine schon mangels regelmäßigen Wasser-Services nicht durchgeführt werden. Und – auch das ein Detail, das man bei einem vermeintlichen Käfer-Catering anders erwarten würde – Salatgang und Suppe wurden ohne Not und ohne Kommentar in der Reihenfolge vertauscht, so dass die von uns liebevoll gestalteten Menü-Kärtchen nicht mehr stimmten.

Schließlich verhielt sich auch Frau […] als Event-Managerin (war sie das?) nicht so, wie im Premium-Segment üblich. Sie war für uns als Gastgeber eigentlich als primäre Ansprechperson nicht präsent. Wir hätten deutlich mehr Initiative von ihr erwartet, auch und insbesondere dann, als es offenkundig nicht so lief, wie wir Gastgeber es uns vorgestellt hatten. Stattdessen hörte sich Frau […] stoisch unseren zunehmenden Unmut an und machte Vorschläge wie „Wollen Sie, dass ich zum Käfer fahre und mehr Nachtisch kaufe?“ – wohlgemerkt um 16:15h; mit Hin- und Rückfahrt wäre sie frühestens um 17:00h wieder zurück gewesen – oder „normalerweise (!) hole ich dann ein Blech Tiramisu vom Italiener nebenan.“

3) Ungenügende Kinderbetreuung.

Die Kinderbetreuung blieb ebenfalls unter dem Vereinbarten und unseren Erwartungen zurück. Bei unserem Treffen sagten Sie uns, dass vier (!) Kinderbetreuerinnen vor Ort sein würden, davon eine für die 9 Kinder unter 3 Jahren, die im 1. Stock eine „Spielecke“ eingerichtet bekommen würden, und drei für die restlichen 19 Kinder, und Sie sagten, die würden dann auch zum Zoo gehen, wenn das Wetter es zulassen würde. Auch hier waren wir angesichts des Preises von einer gewissen „Premium“-Betreuung ausgegangen.

In Wahrheit war jedoch genau eine (!) Betreuerin vor Ort; die Kleinkinder oben blieben gänzlich unbetreut, deren Spielecke bestand aus einer Matratze. Meine Frau hatte Sie am Vortag extra noch gefragt, ob wir Spielzeug mitbringen sollten, was Sie verneinten. Vor Ort war aber dann keines. Und die 4-11-Jährigen Kinder im Erdgeschoss wurden statt von drei von einer Person betreut, die zwar sehr gut war, aber definitiv überfordert. Einzelne Eltern und ein Großvater verbrachten viel Zeit dort unten mit den Kindern und rissen dadurch oben Löcher in die Sitzordnung, genau, was wir vermeiden wollten. Auch war es natürlich nicht das Erlebnis, das wir den Eltern mit dem Taufessen bieten wollten. Der Ausflug zum Zoo fand nicht statt. Einzelne Kinder-Gruppen spielten alleine im Garten, als dort noch Feuer brannte.

Für uns als Gastgeber war die Veranstaltung nicht nur peinlich gegenüber unseren Gästen, sondern wir waren auch ständig „auf Achse“, um Dinge zu organisieren oder mit Frau Gallner zu sprechen, so dass wir dieses Fest eigentlich nicht genießen konnten.“

Hier noch die Screenshots der SMS, die wir während der Veranstaltung an den Wirt des Lola-Montez-Haus geschickt haben:

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Darum ging’s im Prozess gegen den Besitzer des Lola-Montez-Hauses

S


ein unzufriedener Kunde des Lola-Montez-Haus ein unzufriedener Kunde der Made in Quality Marketing-Beratungs-GmbH


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